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Rotkäppchen (auch Rotkäppchen und der (böse) Wolf) ist ein Märchen der Gebrüder Grimm.


Rotkäppchen

InhaltBearbeiten

Ein kleines Mädchen namens Rotkäppchen bekam einst von seiner Großmutter eine rote Kappe geschenkt, weshalb es auch von allen Rotkäppchen genannt wird. Rotkäppchen wird von ihrer Mutter in den Wald geschickt. Sie soll ihrer kranken und alten Großmutter zur Aufmunterung einen Korb mit Leckereien (Wein und Kuchen) bringen. Jedoch befindet sich das Haus ihrer Großmutter im Wald. Die Mutter warnt Rotkäppchen eindringlich, es solle nicht vom Weg abgehen. Rotkäppchen hört jedoch nicht auf die Warnungen ihrer Mutter.

Im Wald begegnet sie zu erst dem Förster, der sie eindringlich davor warnt, sich auf den "Bösen" Wolf einzulassen, weshalb sie gut auf sich aufpassen soll. Dieses Gespräch belauscht der Wolf. Dann gehen Förster und Rotkäppchen getrennte Wege. Dabei kommt Rotkäppchen vom Weg ab, als sie ein paar Blumen pflückt. Irgendwann trifft sie schließlich doch auf den Wolf und lässt sich auf ein Gespräch mit ihm ein. Rotkäppchen hat keine Angst vor ihm, da der Wolf ihr erzählt, er sei ein guter Wolf. Der Wolf rät Rotkäppchen noch mehr Blumen für die Großmutter zu pflücken, was sie schießlich auch macht. Im Laufe des Gesprächs wird der Wolf von seinem Hunger überwältigt und versucht Rotkäppchen schon zu fressen, als er sich mit ihr unterhält, zu ihrem Glück kommt der Jäger vorbei und verscheucht den Wolf mit einem Schuss. Der Jäger unterhält sich mit ihr, dieses Gespräch belauscht der Wolf, wodurch er herausfindet, wo die Großmutter lebt und macht sich auf den Weg zu ihrem Haus, um sie zu fressen. Der Jäger begleitet Rotkäppchen noch ein Stück auf ihrem Weg, dann gehen sie getrennte Wege. Der Wolf eilt in dieser Zeit zur Großmutter und frisst sie. Dann zieht er ihr Nachthemd an, legt sich in ihr Bett und wartet auf Rotkäppchen. Bald darauf erreicht Rotkäppchen das Haus, tritt ein und begibt sich ahnungslos an Großmutters Bett. Dort wundert sich Rotkäppchen über die Gestalt ihrer Großmutter, erkennt aber nicht den Wolf, bis es ebenfalls gefressen wird. Dann legt sich der Wolf schlafen. Er schnarcht so laut, dass der Jäger auf sein Geschnarche aufmerksam wird und ins Haus kommt. Er schneidet den Bauch des Wolfes auf. Und beide Opfer werden von dem Jäger aus dem Bauch des Wolfes befreit. Dann füllt er dem Wolf stattdessen Steine in den Bauch und näht den Bauch wieder zu. Anschließend wacht der Wolf auf und wegen des Gewichts der Steine kann der Wolf sich nicht bewegen und stirbt letztendlich. Die Großmutter, Rotkäppchen und der Jäger feiern dies glücklich mit dem Wein und dem Kuchen, den Rotkäppchen gebracht hat.

W​eitere VersionenBearbeiten

  • Es gibt eine Version, in der das Märchen, nachdem Rotkäppchen gefressen wurde, endet.
  • In einer italienischen Version, namens Die falsche Großmutter, befreit sich Rotkäppchen durch ihre eigenen Schlauheit und flieht. Der Wolf stirbt anschließend. Die Großmutter überlebt nicht.
  • In einigen Versionen begegnet Rotkäppchen auf ihrem Weg weder dem Jäger noch dem Förster. Zudem kann der Wolf sich bei seiner ersten Begegnung mit ihr zurückhalten und versucht nicht Rotkäppchen zu fressen. Erst später als sie ins Haus der Großmutter kommt, frisst er sie.
  • Es gibt eine brutale Version des Märchens, in der der Wolf die Großmutter brutal zerstückelt, ihr Blut in Flaschen abfüllt und etwas von ihrem Fleisch übrig lässt. Als Rotkäppchen in das Haus der Großmutter kommt, lädt sie der Wolf als Großmutter verkleidet zu einem Mahl ein. Unwissend darüber, dass sie gerade das Fleisch ihrer Großmutter isst und deren Blut trinkt speist sie mit ihm. Dann frisst der Wolf anschließend Rotkäppchen, zerstückelt sie brutal und füllt ihr Blut ebenfalls in Flaschen ab. (Also Kannibalen Rotkäppchen quasi.)
  • In einer spanischen Version hat Rotkäppchen eine Pistole dabei und erschießt den Wolf.

Interpretation und HerkunftBearbeiten

Rotkäppchen sollte eine Lehre sein, dass man nicht mit fremden Männern mitgehen oder reden soll. Der Wolf soll den fremden Mann spielen und Rotkäppchen ist das unschuldige Mädchen. Das Märchen vom Rotkäppchen und dem bösen Wolf kann so interpretiert werden, dass es junge Mädchen vor Übergriffen gewalttätiger Männer warnen soll. Die Moral am Ende des Märchens in der Fassung von Perrault lautet:

„Kinder, insbesondere attraktive, wohlerzogene junge Damen, sollten niemals mit Fremden reden, da sie in diesem Fall sehr wohl die Mahlzeit für einen Wolf abgeben könnten. Ich sage „Wolf“, aber es gibt da verschiedene Arten von Wölfen. Da gibt es solche, die auf charmante, ruhige, höfliche, bescheidene, gefällige und herzliche Art jungen Frauen zu Hause und auf der Straße hinterherlaufen. Und unglückseligerweise sind es gerade diese Wölfe, welche die gefährlichsten von allen sind.“

Außerdem soll das Märchen auf einer wahren Geschichte basieren. Die Geschichte vom französischen Massenmörder Bestie von Gévaudan`.Dieser hatte wohl im 13. Jahrhundert ca. 100 Mädchen im Wald verschleppt und umgebracht. Und er wurde nie identifiziert. Diese Begebenheit wurde aufgeschrieben als Warnung für alle Mädchen. Und weil Wolf auf französisch loup bedeutet und loup gleichzeitig junger umtriebener Mann heißt, wurde aus dem Massenmörder der Wolf.

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