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Frau Holle ist ein Märchen der Gebrüder Grimm.

Handlung

Ein gutes, fleißiges und frommes Mädchen, welches unteranderem auch Goldmarie gennant wurde, musste bei ihrer bösen Stiefmutter und ihrer hässlichen und faulen Stiefschwester leben und für diese arbeiten. Da Goldmarie nicht die leibliche Tochter der garstigen Frau war, wurde sie von ihrer Stiefmutter sehr streng behandelt. Die Leibliche, jedoch faule und gemeine Tochter der Stiefmutter wurde von ihr hingegen wie ein Engel behandelt.

In dem Dorf, in dem die Familie lebte, erzählte man sich, dass Frau Holle oben in den Wolken lebt und über das Wetter herrscht und bestimmt. Wenn es zum Beispiel schneit, schüttelte Frau Holle gerade ihre Betten aus.

Das fromme Mädchen musste eines Tages bei eisiger Kälte Garn spinnen. Jedoch schnitt ihr der Garn in ihre durchgefrohrenen Finger, sodass sie anfingen zu bluten. Sie wollte das Blut von der Spindel im Brunnen abwaschen, als ihr versehentlich die Spindel hinein fiel. Da zwang die Stiefmutter das Mädchen, in den Brunnen zu springen, um die verlorene Spindel wieder zu finden.

Der Brunnen aber führte zu der Welt über den Wolken, in der sich auch Frau Holle befindet. Das Mädchen traf in der Brunnenwelt, die sich gleichzeitig aber auch über den Wolken befindet, auf mehrere Bewährungsprüfungen: So will ein fertiges Brot vor dem Verbrennen im Ofen gerettet und ein Baum mit reifen Äpfeln geschüttelt werden. Das Mädchen kommt den Hilferufen wie selbstverständlich nach. Zuletzt trifft es auf Frau Holle, eine „alte Frau“, die „lange Zähne“ hatte. Es tritt in ihre Dienste und hat nun mehr vor allem ihre Betten auszuschütteln, worauf es dann auf der Erde schneite.

Bei Frau Holle erging es dem Mädchen viel besser als bei der Stiefmutter und es wurde gut verpflegt. Doch nach einiger Zeit bekam es Heimweh und bat um seinen Abschied. Zur Belohnung für ihre guten Dienste sollte es sich unter ein Tor stellen und wurde mit hunderten Goldmünzen überschüttet. Das Mädchen, über und über mit Gold bedeckt, bedankte sich bei Frau Holle und kam durch den Brunnen wieder nach Hause. Dort wurde ihre Ankunft von einem Hahn, der am Brunnen saß, angekündigt: „Kikeriki! Unsere goldene Jungfrau ist wieder hie!“. Sofort kamen alle Dorfbewohner, unter anderem auch die Stiefmutter und die Stiefschwester, zu ihr gerannt und bewunderten sie. Die Stiefmutter wollte, dass ihr auch ihr Kind Goldmünzen mit nach Hause bringen solle, woraufhin sich die Stiefschwester auf ihren Rat hin in den Finger stach, die Spindel mit Blut besudelte, sie in den Brunnen warf und hinterher sprang.

Genauso wie die das fromme Mädchen landete auch die Stiefschwester in der Brunnenwelt und bekam dort auch die selben Bewährungsprüfungen gestellt, die sie jedoch nur schlampig oder sogar gar nicht absolvierte. Als sie bei Frau Holle die Betten ausschütteln sollte, erledigte sie dies ebenso schlampig und schlief sogar meist, während sie arbeiten sollte. Am Ende bekam sie ihre verdiente Strafe. Sie stellte sich auf Frau Holles Geheiß unter das  Tor, in der Hoffnung auch mit Goldmünzen überschüttet zu werden. Doch wird sie stattdessen mit einem Regen aus Pech überschüttet, das sie nie wieder abbekam. Genauso wie das fromme Mädchen kehrte auch sie in das Dorf zurück und ihre Ankunft wurde von dem Hahn am Brunnen angekündigt. Als die Stiefmutter ihrem Kind aus dem Brunnen helfen wollte, stolperten sie übereinander, woraufhin beide mit Pech besudelt waren, welches sie ein Leben lang nicht abgewaschen bekamen.

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