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Der Grabhügel ist ein Märchen der Gebrüder Grimm.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es war einmal ein reicher und wohlhabender Bauer. Der geizige Bauer betrachtet voller Freude seinen Reichtum. Als er so stand und seinen Reichtum übersah, klopfte es auf einmal heftig bei ihm an. Es klopfte aber nicht an die Türe seiner Stube, sondern an die Türe seines Herzens. Sie tat sich auf und er hörte eine Stimme, welche ihn nach seinem Leben und seiner Selbstsucht befragt:

“Hast du den Deinigen damit wohlgetan? Hast du die Not der Armen angesehen? Hast du mit den Hungrigen dein Brot geteilt? War dir genug, was du besaßest, oder hast du noch immer mehr verlangt?".

Das Herz zögerte nicht mit der Antwort: "Ich bin hart und unerbittlich gewesen und habe den Meinigen niemals etwas Gutes erzeigt. Ist ein Armer gekommen, so habe ich meine Augen abgewendet. Ich habe mich um Gott nie bekümmert, sondern nur an die Mehrung meines Reichtums gedacht. Wäre alles mein gewesen, was der Himmel bedeckte, hätte ich dennoch nicht genug gehabt.“

Als er diese Antwort vernahm erschrak er heftig. Er fing an zu zittern, als es plötzlich erneut klopfte, diesmal jedoch an der Tür seiner guten Stube. Es war sein Nachbar, ein armer Mann, der ein Häufchen Kinder hatte, die er nicht mehr sättigen konnte. Er schenkt seinem armen Nachbarn, der an die Tür klopft, acht Malter Korn für seine hungrigen Kinder, unter der Bedingung, dass er nach seinem Tod drei Nächte an seinem Grab wachen solle. Drei Tage später stirbt der Bauer. Der arme Nachbar bewacht wie aufgetragen drei Nächte lang sein Grab. Die erste Nachtwache verlief gut ,auch wenn der schreckhafte und ängstliche Mann sich bei jedem kleinen Geräusch erschrak. Die zweite Nachtwache verlief ebenso. Die dritte Nachtwache verlief jedoch anders. In der dritten Nacht begegnet der furchtsame Nachbar einem abgedankten Soldaten, „Der das Fürchten noch nicht gelernt hat“, und mit ihm wacht. Dann kommt der Teufel, der sie verjagen will, um sich die verstorbene Seele zu holen. Als der Soldat sich furchtlos zeigt, verspricht er, ihm den Stiefel mit Gold zu füllen. Aber der Soldat schneidet die Sohle ab. Als es dem Teufel das dritte Mal misslingt, ihn zu füllen, vertreibt ihn der erste Sonnenstrahl. Der Soldat überlässt seinen Anteil am Gold den Armen und zieht mit dem anderen in seine Hütte.

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