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Blaubart ist ein Märchen des französichen Schrifstellers Charles Perrault.

Wer ist Blaubart?[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blaubart ist ein reicher König (in anderen Versionen ist er ein reicher Ritter) mit einem großen Schloss und vielen schönen Schätzen. Er trägt seinen namen wegen seines Blauen Bartes. Sein Bart erscheint vielen Menschen gruselig, weshalb manche Menschen vor ihm Angst haben. Was einige Leute jedoch nicht wissen ist das Blaubart ein dunkles und düsteres Geheimniss hat....

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es war einmal ein gewaltiger Rittersmann, der hatte viel Geld und allerlei Besitztümer und lebte auf seinem Schlosse herrlich und in Freuden. Er hatte einen blauen Bart, daher nannte man ihn auch nur Blaubart, obwohl er eigentlich anders hieß, aber sein wahrer Name geriet in Vergessenheit. Dieser Ritter hatte sich schon mehr als einmal verheiratet. Unheimliche Gerüchte waren über diese Ehen bekannt, seine Frauen sollen schnell nacheinander gestorben sein, ohne dass man von Krankheiten oder anderen Todesursachen erfahren hatte. Der reiche Mann fuhr mit seiner Kutsche zu einer wohlhabenden Edeldame aus seiner Nachbarschaft. Diese hatte zwei wunderschönen Töchter und einige ritterliche Söhne, diese Geschwister liebten einander sehr. Der Mann wollte eine ihrer beiden Töchter zur Frau nehmen. Er überlässt es der Frau und deren Töchtern, welche ihn heiraten soll, doch keine der beiden möchte ihn heiraten, da sie seinen blauen Bart so hässlich und zugleich unheimlich finden.

Nachdem er die Mutter, deren Töchter, Söhne und Freunde jedoch auf sein Schloss zu vergnüglichen Aktivitäten wie Jagden, Tafeln, Tänzen, Spielen und rauschenden Festen eingeladen hat, entschließt sich die jüngere Tochter Blaubart zu heiraten, da sein Bart doch im Grunde nicht ganz so blau und er ein sehr anständiger Mann sei. Bald nach der Hochzeit teilt Blaubart seiner jungen Frau mit, dass er für sechs Wochen in wichtigen Angelegenheiten aufs Land fahren müsse. Er überreicht ihr ein Schlüsselbund und gab sein gesamtes Schloss in ihre Obhut. Er sagt ihr, sie könne sich im Haus frei bewegen und solle sich während seiner Abwesenheit amüsieren. Aber auf gar keinen Fall dürfe sie jedoch einen bestimmten goldenen kleinen Schlüssel verwenden und damit die zugehörige Kammer im Erdgeschoss aufschließen, sofern sie sich nicht seinem allerschrecklichsten Zorn aussetzen wolle. Missmutig nach dieser Rede nahm sie den Schlüssel an.

Kaum ist Blaubart abgereist, eilen die Freunde und die Schwester der Ehefrau zu Blaubarts Haus, bestaunen die diversen Kostbarkeiten in den verschiedenen Räumen und beneiden die junge Frau. Diese ist jedoch zu unruhig, um sich über die Komplimente zu freuen, und hastet heimlich und von Neugier getrieben so schnell die Treppe zu der kleinen Kammer hinab, dass sie sich fast den Hals bricht. Sie zögert zwar noch kurz, ob sie das Verbot nicht lieber achten und Blaubarts Zorn nicht provozieren soll, schließt dann aber zitternd die Tür auf. In der Kammer findet sie Blaubarts frühere Frauen ermordet vor. Entsetzt lässt sie den Schlüssel in eine Blutlache fallen, hebt ihn auf und verschließt die Kammer wieder. Ihre Versuche, den Schlüssel von den Blutflecken zu reinigen, scheitern, weil es ein verzauberter Schlüssel ist.

Blaubart kehrt unerwartet schnell zurück, da man ihm in einem Brief mitgeteilt habe, dass die Reise nicht mehr nötig sei. Eilig fragte er die junge Frau nach dem goldenen Schlüssel. Diese trat dem Ritter bleich, zitternd und bestürzt entgegen, dabei bemerkte er sofort die Blutspuren am Schlüssel und die damit einhergehende Missachtung seines Verbots. Er wird zornig und verurteilt seine Frau zum sofortigen Tod, auf dass sie den Leichen in der Kammer Gesellschaft leisten könne. Er zog sein Schwert und verfolgte seine verängstigte Ehefrau durchs Schloss. Zitternd lag sie am Boden ihres Zimmers, während der wütende Ritter die Treppen hinaufstieg und immer näher kam. Es gelingt der Frau Zeit zu gewinnen, sie rafft sich auf, schließt ihre Zimmertüre und drückte sich mit ganzer Kraft dagegen. Ihre Schwester schickte sie auf den Turm, damit sie dort nach ihren Brüdern, die gerne im Wald um das Schloss auf die Jagd gingen, ausschau hielt und ihnen ein Not-Zeichen gab, das diese schnell herbeikommen sollten. Blaubart bricht mit ganzer Kraft die Tür auf und näherte sich Wutentbrannt, die junge Frau schrie um ihre Leben so laut sie konnte.

Im allerletzten Moment, bevor Blaubart seine Frau mit einem Messer köpfen kann, erscheinen die bewaffneten Brüder und in einem harten Kampf töten sie Blaubart. Die junge Witwe erbt alle Reichtümer Blaubarts, verschafft ihren Brüdern damit Offizierspatente, verhilft ihrer Schwester zur Ehe mit einem lange geliebten Mann und heiratet selbst glücklich einen ehrenwerten Mann, so dass sie Blaubart bald vergessen hat.

Weitere Abwandlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In manchen Varianten des Märchens wird der Blaubärtige als reicher Ritter und in anderen wiederum als wohlhabender König beschrieben 
  • In einer anderen Version stürmen nicht die Freunde der Prinzessin sondern ihre Geschwister das Schloss und bewundern die Kostbarkeiten des Ritters/Königs 
  • Es gibt auch Versionen in denen nicht der König persönlich kommt und um die Hand einer der beiden Mädchen bittet, sondern es wird stattdessen ein Bote im Auftrag des Ritters/Königs geschickt. 
  • In Manchen Versionen gewöhnt sich das Mädchen irgendwann an den unheimlichen Bart, in anderen nicht.
  • In einer anderen Version ist das junge Mädchen welches der Blaubart heiratet nicht die Tochter einer wohlhabenden Edeldame, sondern eine arme Bauerstochter


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